EIN KÄFIG VOLLER GEFÜHLE

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Unsere Gefühle haben wir heutzutage oftmals einfach weggesperrt. Und zwar so weit weg, dass wir selbst den Zugang verloren haben. Das finden wir sogar ganz gut. Denn dann besteht keine Gefahr, dass wir sie versehentlich wieder rauslassen. Diese Vorstellung macht uns nämlich Angst. Wilde, ungezähmte Gefühle in freier Wildbahn sind für uns unvorstellbar geworden. Das würde uns beunruhigen. Sie könnten mit ihrer stürmischen, naiven Art zu große Verletzungen verursachen und uns oder anderen wehtun. Es ist sicherer, sie unter Kontrolle zu haben. Deswegen schließen wir sie in den Käfig und verdammen sie zu einem Leben in Einsamkeit. Dann sind wir wenigstens beruhigt und denken, alles im Griff zu haben. Sie sind ja noch da, wenn wir sie doch mal wieder brauchen sollten.

Gedanken freien Lauf zu lassen, ist nicht immer gut…

Im Gegensatz zu den Gefühlen, sind unsere Gedanken nämlich nicht nur frei. Auch jagen sie uns ständig durch den Kopf. Eine wirkliche Hilfe sind sie nicht. Sie sind nur einfach logisch und berechenbar. Und das Gefühl von Kontrolle gaugelt uns eine falsche Sicherheit vor.

Lasst den Gefühlen freien Lauf!

Sollte doch irgendwann jemand kommen, der den Schüssel findet, oder einen anderen Weg, um das Gitter zu öffnen, passiert oft etwas seltsames. Die Gefühle haben verlernt, wild und frei zu sein. Sie bleiben einfach verängstigt sitzen, obwohl sie die Freiheit riechen, oder besser gesagt fühlen können. Denn den Gefühlen „freien Lauf zu lassen“, haben wir schließlich verlernt. Aber echte Gefühle lassen sich nicht dauerhaft wegsperren oder kontrollieren. Sie werden wild und unberechenbar bleiben. Wir müssen uns damit abfinden und sie das lassen, was sie sind. Frei und nicht kontrollierbar.

„Schließt also die Gedanken weg und lasst den Gefühlen freien Lauf.“