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Daniela Kögler

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Der Traum vom Apfelbaum

collage instaneu

Es war einmal ein Apfelbaum und dieser hatte einen Traum…

Eigentlich war er zufrieden. Aber eines Tages wuchs eine Sehnsucht zwischen seinen Trieben. Wo war seine Ausgeglichenheit geblieben? Jeden Morgen kam mit dem Sonnenaufgang die Wahrheit ans Licht. So zufrieden war er wohl anscheinend nicht.

Dabei war der Baum wunderschön. Und seine Äpfel nicht nur hübsch anzusehn. Doch etwas fehlte ihm. Er wollte mehr. Und er wollte es so sehr. Tag für Tag hoffte er auf ein Wunder. Er fragte sogar den Herrn Holunder. Der alte Strauch verstand ihn auch. Aber helfen konnte er ihm nicht. Seine Beeren fielen auch nicht so stark ins Gewicht. Doch die Äste des Baumes wurden vor Kummer langsam leer. Statt dessen wuchs seine Sehnsucht immer mehr. Was war das nur, das komische Gefühl in ihm? Er hatte alles was er brauchte. Boden, Platz und Sonnenlicht. Doch das genügte ihm irgendwie nicht. Für ihn schien keine Zukunft mehr in Sicht.

Eines Tages hörte eine Fee sein Flehen. Sie machte Rast und setzte sich auf seinen Ast. Sie schien weise und flüsterte ganz leise:

„Warum sind deine Äpfel so sauer geworden. Irgendwas hat dir den Lebensappetit verdorben. Früher waren sie süß und saftig. Jetzt sind sie verwurmt und matschig. Warum willst du nicht sein wer du bist? Was fehlt dir? Du hast doch Sonnenlicht. Du erntest nur noch Mitleid für deine Unzufriedenheit. Was wurmt dich so sehr? Was willst du noch mehr?“

Der Baum fühlte sich nicht verstanden:

„Du fliegst umher in deiner heilen Welt. Du hast keine Ahnung wie es mir gefällt. Wenn ich Pech habe, werde ich sowieso gefällt. Ich bin alles andere als ein Held. Ich steh hier Jahr für Jahr und muss die gleichen Früchte ertragen. Und du stellst nur dumme Fragen die mich plagen und nicht helfen. Ich will nicht nur Äpfel tragen. Ich will Birnen, Pflaumen, Kirschen… Mir schlägt das alles auf den Magen.“

Die Fee war verwundert:

„Du bist der erste Baum der mir das sagt. Und an dem, wie mir scheint, ein großes Ego nagt. Doch wenn du möchtest, kann ich dir helfen. Du sollst tragen was und soviel du magst. Denn ich kann nicht länger mit anhören, wie du ständig klagst und deine Identität hinterfragst.“

Mit diesen Worten verschwand die Fee. Und bald fielen die Blätter und auch der erste Schnee. Eine kalte, karge Jahreszeit. Doch der Baum war für eine Veränderung bereit. Der Frühling kam und brachte seine Stärke zurück. Er spürte plötzlich ein großes Glück. Seine Zweige schlugen langsam aus, die ersten Knospen wuchsen auch. Als sie sich öffneten war das Wunder zu sehen. Es waren nicht wie sonst, die selben Blüten am Baum zu erspähen. Ein Wunder schien geschehen.

Die Wochen zeigten was es war. Verschiedenste Früchte an ihm. Der Baum jubelte laut: „HURRA!“ Denn sein größter Traum war endlich wahr. Nun war er stolz, nun war froh. Er fühlte sich vollkommen. Eine neue Ära hatte begonnen. Er hatte etwas gewonnen. Doch wo du gewinnst, da wird dir genommen. Wie gewonnen, so zerronnen. Dem Gesetzt kann auch ein Baum nicht entkommen.

Er trug sie alle, alle Früchte. So waren sie gestillt SEINE Sehnsüchte. Doch seine Gelüste zerschellten bald, wie eine Welle an der Küste am Wald. Denn nicht jede Frucht hatte die gleiche Sehnsucht. Der Pflaume fehlte Lehm im Boden. Vom zu starken Sonnenlicht und falschen Nährboden begannen sie zu toben. Verschiedene Früchte bedeuteten verschiedene Gelüste.

Der Baum wusste nicht was er tun sollte. Denn jetzt hatte er doch, was er immer wollte…

Die Moral von der Geschicht:
Alles sein und haben wollen – lohnt sich nicht.

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