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Daniela Kögler

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A fairytale can never fail

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Ich möchte euch heute ein kleines Märchen erzählen.

…Es war einmal ein kleiner Prinz. Er konnte sich glücklich schätzen. Denn er wuchs ungewzungen in einem großen Schloß auf. Außenrum war ein riesen großer Garten in dem er jeden Tag neue Tiere und Pflanzen entdecken konnte. Es war jedes Mal wie eine Entdeckungsreise für ihn. So viele Farben, so viele Düfte. So viel Schönheit auf einmal. Der Prinz war sehr schlau und interessiert. Er schenkte jedem Grashalm Aufmerksamkeit und respektierte alle Lebewesen. Seine Mutter, die Königin war sehr stolz auf sein sanftes Wesen. Aber sie hatte auch Bedenken, ob er wirklich mal zu einem König heranreifen würde, der wichtige Entscheidungen treffen konnte. Betreut wurde er von der jungen Lea. Sie war seine Art Zimmermädchen. Sehr schön, groß, schlank und sanftmütig. Ihre Eltern waren arme und mittellose Bauern. Sie waren froh, dass sie die Möglichkeit hatte, im Königshaus zu arbeiten. Durch ihre Schönheit und ihren reinen Charakter war sie im ganzen Schloß bekannt und beliebt. Zudem war sie äußerst hilfsbereit. Und schon des öfteren hatte sie dem kleinen Prinzen einen Stachel aus dem Finger gezogen, wenn er mal wieder Bienen ‚zähmen‘ wollte. Oder als er Jäger gespielt hat und zu spät merkte, dass er durch Brennnesseln streift. Jeden Abend klopfte sie schnell  und unauffällig den Schmutz aus seinen Schuhen, damit die Königin und der König nicht erneut mitbekamen, dass er den ganzen Tag im Garten gespielt hatte wie ein kleiner Dorfbursche. Auf Lea konnte er sich stets verlassen. Jeden Abend lies sie ihm Geschichten vor. Von dem Leben auf dem Bauernhof. Und es schien, als wäre sie immer ein wenig traurig dabei. Sie lachte allgemein selten. Denn sie meinte wohl, dass es sich nicht gehörte für eine Angestellte wie sie. Daher blieb sie lieber unauffällig, war jeden Tag fleißig und hatte aber immer ein sanftes Lächeln auf den Lippen.

Eines Morgens ging der kleine Prinz wie immer in den Garten. Er war so verliebt in die frischen Blumen. Ihr Duft und wie sie sich in ihrer individuellen Farbpracht zur Sonne streckten faszinierten ihn ungemein. Er beschloss, ein paar zu pflücken und sie ins Schloss zu bringen, um auch Nachts ihren Duft um sich zu haben und sich am nächsten Morgen, gleich nachdem er die Augen geöffnet hatte, an ihnen erfreuen zu können. Lange suchte er nach den schönsten unter den schönen Blumen. Er pflückte sie kurz bevor es dämmerte, um sie mitzunehmen. Endlich war es ihm möglich, auch in seinem Zimmer etwas von dem Wunder der Natur zu haben. Doch bereits nach wenigen Stunden begannen die Blüten bereits die Köpfe hängen zu lassen. Und am nächsten Morgen lagen sie angetrocknet auf seinem Nachttisch. Der kleine Prinz schrie nach seiner Mutter der Königin. Sie stürzte besorgt in sein Zimmer. Als sie die vertrockneten Blumen sah, lächelte sie sanft und meinte: „Vielleicht solltest du sie besser in eine Vase stellen. Dann verwelken sie nicht so schnell.“ Da begannen die Augen des Prinzen wieder zu funkeln und er machte sich voller Tatendrang auf in den Schloßgarten. Gegen Abend pflückte er wie am Tag zuvor die schönsten Blumen die er finden konnte. Danach hetzte er nach Hause und stellte sie sofort in eine Vase. Zufrieden betrachtete er sein Werk. Denn auch am nächsten Morgen waren die Blüten noch wunderschön und frisch. Allerdings bereits nach wenigen Tagen, begannen auch sie zu welken. Und wieder überkam den Prinzen eine Traurigkeit. Er rief erneut nach seiner Mutter und fragte sie nach Hilfe: „Hm, vielleicht solltest du sie mit den Wurzeln aus dem Erdreich nehmen und in einen Blumentopf pflanzen.“ Dem Prinzen kam das Strahlen seiner Augen zurück und er machte sich erneut auf. Wieder auf der Suche nach den schönsten Blumen im Garten. Die Suche dauerte diesmal länger als sonst. Denn er wusste, dass er sich nun für längere Zeit an ihnen erfreuen konnte. Er buddelte sie tief aus der Erde um auch ja alle Wurzeln zu bekommen und pflanzte sie sofort in einen großen Topf. Im Schloss angekommen meinte die Königin: „Vergiss aber nicht, sie jeden Tag zu gießen, sonst werden auch diese Blumen verwelken. Du musst dich um sie kümmern. Sie sind jetzt auf dich angewiesen.“

Diese Worte prägte sich der Prinz ein. Und er gab ihnen täglich Wasser. Wenn er am Morgen erwachte, bewunderte er zuerst die Blumen auf seinem Nachttisch und war so froh und stolz auf sich und sein Werk. Doch mit der Zeit verloren auch diese Blüten ihre Blätter. Auch die Farben waren lange nicht mehr so schön und leuchtend wie am ersten Tag. Irgendwie ließen sie langsam die Köpfe hängen. Der Prinz saß einige Zeit davor. Als er wieder nach seiner Mutter rufen wollte, kam plötzlich Lea in sein Zimmer. Sie sah ein wenig traurig aus. Wie immer eigentlich. Aber so kannte man sie. Sie trat an den Prinzen und nahm ihn in den Arm. Dann tröstete sie ihn mit den Worten: „Was man liebt, kann man nicht besitzen. Was verwurzelt ist, kann man nicht einfach umpflanzen. Die Pflanze braucht ihre Freiheit. Ihre große Wiese. Und kleiner Prinz. Sie braucht Sonne. Erfreue dich in der Natur an ihnen und ihrer Pracht. Und Nachts träumst du von ihnen. Aber versuche nicht mit aller Gewalt, etwas an dich zu binden. Das wird euch beide nicht glücklich machen.“ Sie küsste ihn sanft auf die Wange und verließ sein Zimmer.

Der Prinz saß wie angewurzelt da und Lea´s Worte hallten noch sehr lange in seinem Kopf nach. Als der erste klare Gedanke in ihm aufkam, ging er zur Königin und meinte:
„Lea ist eine Blume. Sie ist traurig, weil sie kein Licht hat. Sie braucht ihre Freiheit. Wir müssen sie gehen lassen, bevor sie auch verwelken wird. Genau wie die Blumen.“
Die Mutter verstand erst nicht was los war. Doch als sie den Sinn seiner Worte verstand, war sie plötzlich sehr stolz auf ihren Sohn. Ab diesem Zeitpunkt wusste sie, dass er wohl doch nicht so blauäugig und naiv war wie sie immer dachte.

 

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