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Daniela Kögler

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‚Ego-ist-muss‘

egoimus

‘Ego-ist-gut’, ‘Ego-ist-wichtig’ und ‘Ego-ist-richtig’

Mit dem Begriff Egoismus assoziieren wir folgendes: Selbstsucht, Eigennützigkeit, Ich-Sucht und Eigenliebe. Wer möchte da schon als Egoist bezeichnet werden? Ich jedoch sehe mehr in diesem Charakterzug. Glaubt mir, es schlummern da ein paar bisher verborgen gebliebene erstrebenswerte Eigenschaften, die ich euch gerne näher bringen möchte. Doch zuerst versuche ich schnell noch seinen Ruf zu retten. Als selbsternannte Reputationshelferin schreite ich zur Tat. Eine Namensänderung erscheint mir als durchaus sinnvoll. Hier habe ich auch sofort den passenden Vorschlag: ‚Egoistmuss‘ (Ego-ist-muss). Das hört sich auf alle Fälle schon um einiges vielversprechender an. Jetzt fehlt nur noch eine Neupositionierung im Duden. Aber was soll der ganze Aufwand eigentlich? Vor geraumer Zeit habe ich mich noch über Politiker aufgeregt, die nichts Besseres zu tun haben, als die Frage in den Raum zu werfen, ob wir nicht ein großes scharfes ’s‘ in unserem Wörterbuch brauchen. Und nun komme ich selber mit meiner ‚Ego-Änderung‘. Ich denke, es gibt auch hier wichtigere politische Themen. Ich vermute langsam, dass es gar nicht meine Intention ist, den Ruf dieses Wortes zu retten, sondern vielmehr meinen eigenen. Da haben wir es auch schon. Ich selbst empfinde mich nämlich als durchaus egoistisch. Denn ICH WILL glücklich sein. ICH WILL das machen, was mir Freude bereitet. ICH WILL mich nicht anpassen müssen, um das zu tun, was Mitmenschen von mir erwarten. ICH WILL ehrlich meine Meinung sagen, auch wenn sie den Leuten nicht passt. ICH WILL Spaß haben und mich in der Öffentlichkeit nicht verstellen müssen. Und trotzdem WILL ICH NICHT als Egoist beschimpft werden. Meine Einstellung lautet ganz klar: ‚Ego-ist-gut‘, ‚Ego-ist-wichtig‘ und ‚Ego-ist-richtig‘.

Ist er in gewissen Lebenssituationen doch auch. Wenn wir auf die Welt kommen, leben wir noch ungehemmt das ‚ICH WILL…‘ Prinzip. Wir wissen, dass wir der Nabel der Welt sind. An dem schließlich bis eben noch eine Nabelschnur und kein Geduldsfaden hing. Wenn uns etwas fehlt oder nicht passt, schreien wir das unbeirrt in die Welt hinaus. Und zwar solange, bis wir bekommen, was wir brauchen. Die Bedürfnisse sind zugegebenermaßen im wahrsten Sinne des Wortes meist einfach zu ’stillen‘. Aber wenigstens hören wir zu diesem Zeitpunkt noch auf unsere innere Stimme. Auch wenn es bis dato banale, lebenserhaltende Forderungen sind, die wir stellen. Trotzdem haben wir die Ausdauer, so lange keine Ruhe zu geben, bis wir bekommen haben was wir brauchen.

Ich gebe zu, dass es mit zunehmendem Lebensalter ratsam ist, dieses Verhalten zu kultivieren. Das ist auch nicht meine primäre Intention. Es geht mir vielmehr darum, dass wir im Laufe des Lebens auch damit beginnen, unsere Bedürfnisse und Wünsche zurückzustellen. Denn meine Interpretation vom ‚Egoistmuss‘ beinhaltet, dass wir uns selbst die Frage stellen, was wir vom Leben erwarten und wie wir unsere Ziele realisieren können. Jeder Mensch hat schließlich Träume. Aber oftmals fehlt es an der Motivation der Realisierung. Das liegt manchmal daran, dass wir Rücksicht auf andere nehmen, Angst haben zu versagen, oder einfach zu faul und bequem sind. Welche Ansprüche habt ihr an das Leben? Und jetzt kommt mir nicht mit Sätzen wie: ‚Ich will heiraten und Kinder kriegen.‘ Das ist ja durchaus schon mal ein Anfang. Aber für mich hört sich das an wie ‚Ich möchte leben und irgendwann sterben.‘ Findet ihr nicht, dass dazwischen noch so viel mehr liegen sollte? Wir sind heutzutage nicht nur dazu da um unseren Fortbestand zu sichern. Es gibt eine Fülle an Möglichkeiten für jeden von uns. Und es ist niemals zu spät etwas Neues zu beginnen.

Wann habt ihr euch das letzte Mal folgenden Satz sagen hören? ‚Was würdest du an meiner Stelle tun?‘ Seid euch bitte bewusst, dass NIEMALS jemand an genau eurer Stelle sein wird um helfen zu können. Ich habe auch nichts gegen Menschen, die ihr tägliches Horoskop lesen um sich Hilfestellungen zu holen. Aber auch das wird euch keine Entscheidungen abnehmen können. Der Einzige, der uns helfen kann, ist der eigene Bauch. Vergesst, was euer Kopf sagt. Da streiten sich ohnehin immer zwei (Gehirn)Hälften. Zudem lässt er sich leicht von äußeren Einflüssen manipulieren. Das sehe ich, wenn ich an der Fleischtheke stehe. Der Bauch sagt was er möchte. Und der Kopf mischt sich ein, ob man nicht besser mal was anderes ausprobieren, oder doch Fisch kaufen sollte. Ob man auch gleich was für morgen braucht. Und welches Gemüse am besten passt. Und dann die Kräuter dazu abstimmen oder oder oder…

Unser Kopf hat einfach die Gabe, alles kompliziert machen zu können. Und das nicht nur beim Kochen. ;) Deswegen denken Männer auch meist, wir Frauen sind kompliziert. Aber nein, es ist allein unser Kopf, den wir schlichtweg zu oft einschalten. Die Bauchstimme hingegen weiß immer was wir brauchen. Seit ich meine Entscheidungen ihm überlasse, lebe ich viel entspannter. Mein Bauch genießt mein vollstes Vertrauen, was alle wichtigen Entscheidungen betrifft. Denn er weiß genau was und wer gut für mich ist. Denn die Lebenszeit ist doch auch viel zu wertvoll, um sie mit den falschen Dingen oder Menschen zu vergeuden. Zeit ist das kostbarste Gut, das wir jemandem schenken können. Geld, Handtaschen, Schuhe, Schmuck… das alles kann man theoretisch beliebig vermehren und kaufen. Mit der Zeit funktioniert das nicht. Sie wird im Laufe unseres Lebens immer weniger.

Wir müssen also wieder lernen, unseren Bedürfnissen nachzugehen und das zu tun, was uns glücklich macht. Erst dann sind wir in der Lage, andere Menschen glücklich zu machen. Denn wer will schon einen Freund oder Partner, dem die Unzufriedenheit ins Gesicht gemeißelt wurde? Mit solchen Menschen möchte man doch lieber gar nichts zu tun haben. Sie übertragen nur negative Energien. Und Unausgeglichenheit ist extrem unsexy. Und diese Feststellungen haben rein gar nichts mit dem bisher bekannten Egoismus zu tun. Es ist eher ein Fakt.

In diesem Sinne behaupte ich, ein bisschen ‚Ego ist ein Muss‘. Und genau so werde ich das auch mal meinen Kindern erklären. Und wenn die Antwort wie folgt lautet, weiß ich, dass sie mich verstanden haben:

‚Mama, wenn ich groß bin, will ich auch mal Egoist werden.‘ :)

 

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