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Daniela Kögler

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Lebenserziehung

Keiner mag Hunde, die nicht hören. Von quengelnden Kindern ganz zu schweigen. Und auch bei unseren Mitmenschen und dem Partner möchten wir gewisse ‚Züge‘ erkennen. Erziehung scheint also in vielen Lebensbereichen eine große Rolle zu spielen.

Wir alle sind uns einig, dass unsere Eltern einen großen Erziehungspart übernehmen. Doch auch den Einfluß von Lehrern, Großeltern und Bekannten sollte man nicht unterschätzen. Auch Erfahrungen prägen uns. Doch wann hört Erziehung eigentlich auf? Und haben wir selbst auch Einfluss darauf? Auch wenn Eltern irgendwann an einen Punkt kommen, den ich schlichtweg liebevoll ‚Resignation‘ nenne. An dem akzeptieren sie dich und deine Persönlichkeit und wissen, dass man da in ihren Augen ’nichts mehr machen kann‘. Denn jeder Mensch entwickelt eigene Sichtweisen und Ansichten. Das zu lernen fällt nicht leicht.
Doch auch wenn die Erziehung der Eltern an ihre Grenzen gestoßen ist, kann man sich stetig weiterentwickeln.
Für uns zählt natürlich primär die Gesundheit, der Lebensstandard, die Freunde und der Beruf.
Aber was ist mit unserem wichtigsten Statussymbol – unserer Persönlichkeit?
Da wir sie nicht gleich sichtbar am Handgelenk oder um dem Hals tragen können, wird sie manchmal einfach vergessen.
Genau wie Menschen, die ihre Fußpflege vernachlässigen. Oder ihnen egal ist, wie die Frisur von hinten aussieht.
Beides ist nicht im direkten Fokus. Das ist ein Fehler. Denn diese eingeschränkte Sichtweise bremst primär die Weiterentwicklung. Auch wenn man seine Füße vielleicht nicht mag, wie vermutlich 90% der Menschheit, sollte man stets versuchen ‚das Beste rauszuholen‘.

Lassen wir das leidige Thema mit den Füßen und fangen wir bei der Bildung der Persönlichkeit an. Dazu gehen wir ganz zurück zum Lebensanfang. Ich denke, dass man gewisse Charakterzüge einer Person nicht ändern kann. Aber wenn man sich mit dem Thema Kindererziehung beschäftigt, eröffnen sich auch im Erwachsenenalter durchaus interessante Aspekte zur Weiterbildung der eigenen Person.
Das ist ein Grund, warum ich begonnen habe, Bücher über genau dieses Thema zu lesen. Ein zweiter ist, dass ein derartiges Buch in der Tasche eine bessere Abwehr gegen lästige Männerattacken ist, als ein Ring an deinem Finger.
Doch abgesehen von dieser positiven Nebenerscheinung ist der wichtigste Aspekt, dass viele Erkenntnisse aus diesen Büchern sich sehr gut auch auf die eigene Umwelt übertragen lassen. Und hier kommen wir zu drei wichtigen Grundsätzen im Leben.

1) Unterschätze weder dich noch andere

Einer der größten aller Fehler ist es, seine Mitmenschen zu unterschätzen. Das geht los bei Kindern. Sätze wie „Du kannst das (noch) nicht.“ sind einfach pures Gift. Auch wenn es stimmt. Jeder kann bis zu einem gewissen Punkt helfen oder mitwirken und dabei dazulernen. Irgendwo muss man schließlich anfangen. Sonst wird man es nie können.

Klar hat man recht, wenn man dem Kind sagt, dass es mit drei Jahren noch nicht kochen kann. Aber auch in diesem Alter kann es gewisse Aufgaben übernehmen, helfen und so dazulernen.
Bei Männern und Frauen ähnlich. Manche warten doch nur auf den Satz vom Partner: „Lass mich mal, du kannst das nicht!“
Ja, so lernt man es auch nie. Aussagen wie diese sind demotivierend und führen dazu, dass man denkt: „Leck mich und mach deinen Scheiß selber.“ Manchmal denkt man es nicht nur sondern sagt das dann auch noch. Dann gibt es Ärger, denn der andere hat es ja nur gut gemeint. Aber falsche Sichtweise.
Auch als Chef ist es ein großer Fehler, seinen Mitarbeitern zu oft Entscheidungen abzunehmen.
Denn so werden sie nie selbst in der Lage sein, diese eigenständig und kompetent treffen zu können.
Wir sehen die Wichtigkeit dieses ‚Erziehungspunktes‘.
Also streicht den Satz: „Du kannst das nicht!“ dir und anderen gegenüber besser aus dem Wortschatz. Der ist Gift in allen Lebenslagen. Es ist nie zu spät etwas zu lernen. Man muss es sich nur zutrauen und es wollen.

Im Laufe unseres Lebens werden daher oftmals Talente oder Interessen im Keim erstickt. Deshalb ist Förderung so wichtig. Und damit meine ich nicht den prophylaktischen Gitarren- oder Keyboard- Unterricht, weil jedes Kind doch ein Instrument lernen sollte. Die meisten von uns haben negative Erinnerungen daran, weil wir nicht wirklich selber gewählt haben, sondern vielleicht eine Freundin das Gleiche gemacht hat, oder unsere Eltern es ja nur gut gemeint haben. Und da ging es jedem von uns in der Vergangenheit einmal so. Ich bin zum Beispiel einer der unmusikalischsten Menschen die ich kenne. Ich habe den Keyboard Unterricht gehasst.
Heute kenne ich meine Stärken und Schwächen. Aber als Kind vergleicht man sich mit Gleichaltrigen und zweifelt an sich.

>>JEDER IST EIN GENIE. ABER WENN DU EINEN FISCH DANACH BEWERTEST,
OB ER AUF EINEN BAUM KLETTERN KANN, DANN LEBT ER SEIN GANZES LEBEN
IN DEM GLAUBEN, ER WAERE DUMM. (ALBERT EINSTEIN)<<

2) Eigene Erfahrungen sammeln

Eigene Erfahrungen zu machen ist ein wichtiger Aspekt im Leben. Und dieser startet in der frühen Kindheid mit Sätzen wie: „Nein, ich mag meine Handschuhe aber nicht anziehen, wenn wir raus in den Schnee gehen!“
Ok, dann lass dem Kind den Willen doch! Denn spätestens nach ein paar Minuten wird es selber merken, dass es keine gute Idee war das zu tun. Und so wächst das Vertrauen zwischen dem Kind und den Eltern. Denn nur so wird es vielleicht in der Zukunft auf ein paar Tipps der Eltern hören. ;)
Wir dürfen Menschen niemals bremsen, weil wir sie vor vermeintlich schlechten Erfahrungen schützen möchten.
Denn ‚Leben‘ bedeutet, genau diese ab und an machen zu müssen. Man muss sich der Konsequenzen bewusst sein und in der Lage, damit leben zu können. Und wenn du die Verantwortung dafür übernehmen kannst, dann kannst du auch verrückte Entscheidungen treffen. Und meistens sind sie dann gar nicht mehr verrückt. ;)

>>ADVENTURE MAY HURT YOU. BUT MONOTONY WILL KILL YOU.<<

3) Respektiere

Nehme deine Mitmenschen ernst und begegne ihnen mit Respekt. Den geliebte Teddy zu verlieren ist wohl eine der schlimmsten Vorstellungen eines jeden Kindes. Später ist es vielleicht eine teure Kette. Für uns Frauen ist auf den ersten Blick klar, welcher Verlust schlimmer ist. Aber nur, wenn wir uns nicht in den kleinen Menschen hineinversetzen können, der schließlich jede Minute seines bisherigen Lebens mit dem Teddy verbracht hat und der Verlust unvorstellbar schlimm ist. Der Preis macht nicht immer die Wertigkeit aus. Wir sollten stets in der Lage sein, uns in unsere Mitmenschen hineinversetzen zu können. Egal ob in Kinder oder Erwachsene.
Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich eine Person treffe und sofort weiß, was bei dieser in der Erziehung damals schiefgegangen sein muss. Hört sich auf den ersten Blick ein wenig befremdlich an. Doch in der Tat sind Arroganz, übertriebene Eitelkeit, Unehrlichkeit, Machtsucht oftmals Indikatoren, dass gewisse Defizite kompensiert werden müssen. Irgendwann sollte man allerdings aufhören, seine Eltern dafür verantwortlich zu machen.
Denn ab einem gewissen Alter, kann man die Erziehung selber in die Hand nehmen und an sich arbeiten.

Ich möchte diesen Blog mit einem sehr bezeichnenden Zitat von Jesper Juul abschließen:

>>Zwei Dinge sind es, die unser Selbstgefühl nähren. Zum einen, wenn wir von mindestens einer wichtigen Person in unserem Umfeld bewusst <<gesehen>> und akzeptiert werden; zum anderen, wenn wir erleben, für andere Menschen wertvoll zu sein, ohne uns verstellen oder etwas leisten zu müssen.<<

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